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Rüstung

Nina Tiefenbacher

Energiemanagement im BMLVS - ein zukunftsweisendes Projekt

Im Bereich des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) wurde im Oktober 2009 das Projekt „Energiemanagement BMLVS“ in Auftrag gegeben. Es handelt sich hierbei um ein Abteilungsprojekt des MIMZ (Militärisches Immobilien Management Zentrum), das der Sektion III untersteht. Projektauftraggeber Bgdr Andreas Pernsteiner übertrug dafür die Projektleitung HR Dipl.-Ing. Helmut Weinhardt, Leiter des Referates Gebäudetechnik im MIMZ. 


Senkung um 20 %
Der vorrangige Auftrag besteht darin, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Energieverbrauch innerhalb der nächsten fünf Jahre um 20 % zu senken. Aus der daraus resultierenden Reduktion der Energiekosten sollen finanzielle Freiräume für die Erfüllung der Kernaufgaben des Österreichischen Bundesheeres entstehen. Des Weiteren ist vorgesehen, die CO2-Emissionen durch Verwendung von erneuerbaren Energien innerhalb der nächsten fünf Jahre ebenfalls um 20 % zu verringern. Damit leistet das BMLVS einen wertvollen Beitrag, um die aus der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls resultierenden Verpflichtungen zu erfüllen. Die Bestrebungen der österreichischen Bundesregierung, die in einem Aktionsprogramm die Reduktion des CO2-Ausstoßes bis zum Jahr 2020 um 20 % beschlossen hat, werden damit ebenfalls unterstützt.

Flächendeckende Datenerfassung
Für die Erfüllung dieser Ziele hat die Projektgruppe ein umfangreiches Maßnahmenpaket erarbeitet. Bedienstete in handwerklicher Verwendung sind unter der Aufsicht von fachkundigen Technikern mit der Begutachtung und Feststellung der Bausubstanz der Kasernenbauten beauftragt. Damit werden bauliche Schwachstellen festgestellt. Die erhobenen Daten dienen auch als Grundlage für die Erstellung von Energieausweisen. Für die Ausstellung dieser Ausweise ist die Befassung eigener Amtssachverständiger vorgesehen. Der flächendeckende Einbau von Strom- und Wärmezählern ermöglicht eine exakte Feststellung des Energieverbrauches. Die Energieströme werden unter Zuhilfenahme eines internen Benchmarking sowie eines eigenen Kennwertsystems transparent gemacht. Eine Verbesserung der Infrastruktur, die Erstellung von liegenschaftsbezogenen Energiekonzepten sowie eine heeresinterne Bewusstseins- und Informationskampagne sind als wirksame Instrumente für die Reduzierung des Energieverbrauches geplant.
  Vor dem Hintergrund der globalen Herausforderung des Klimawandels und eines allgemein stärker gewordenen Umweltbewusstseins zeigt das Projekt auf, dass sich das BMLVS verantwortungsbewusst dieser Situation stellt und auf Maßnahmen setzt, die Ressourcen zu schonen und den Bedürfnissen von Natur und Umwelt gerecht zu werden.
  Dies hat die Vorgängerorganisationen des MIMZ, das HBVA, bereits in früheren Jahren erkannt und für wesentlich erachtet. Mit der Entwicklung bedeutsamer Projekte am Energie-Sektor wurde ein umweltfreundliches und energiebewusstes Handeln unter Beweis gestellt. Dazu zählen unter anderem die Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien sowie der Einbau von technisch besser ausgestatteten Heizanlagen. In mehreren Liegenschaften, wie z.B. dem Fliegerhorst Zeltweg oder in St. Johann im Pongau, erfolgte eine Umstellung von Öl auf Biomasse. Für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage für den Betrieb einer Flugfunkstation in 2.865 m Seehöhe auf dem Dachstein wurde 1999 der Österreichische Solarpreis verliehen.
  Das Projekt „Energiemanagement im BMLVS“ möchte durch ein Transparentmachen des Energieverbrauches sowie der anfallenden Kosten die Mitarbeiter des Ressorts zu einem sparsamen und bewussten Umgang mit den Energieressourcen bewegen. Mit diesen Impulsen strebt das Österreichische Bundesheer einen neuen Kurs in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz an. 

Was ist der Energieausweis?
Der Energieausweis ist vergleichbar mit einem Kfz-Typenschein. Im Wesentlichen zeigt er den Energiebedarf und energetischen Zustand eines Gebäudes auf. Diese Informationen basieren auf einer detaillierten Berechnung von Energiekennzahlen. Die Energiekennzahlen werden aufgrund der Klimadaten eines Standortes, der Gebäudedaten und der Haustechnik eingegeben. Sie geben eine wichtige Hilfestellung bei der Frage „Was ist ein energieeffizientes Gebäude?“. Das führt zu Transparenz bei den Energiekosten, denn dadurch können der Energieverbrauch und damit auch die Heizkosten besser abgeschätzt werden. Der Energieausweis ermöglicht die Beurteilung der thermischen Qualität einer Immobilie. Zudem ist der Energieausweis ein wichtiges Instrument in der Planung, sowohl bei Neubau oder Sanierung eines Gebäudes und unterstützt bei der Auslegung von haustechnischen Systemen.
  Der Energieausweis ist verpflichtend vorgeschrieben für Neubauten sowie bei Verkauf und Vermietung von Wohnbauten.
  Durch die visuelle Gestaltung des Energieausweises kann auf einen Blick festgestellt werden, ob sich der zu erwartende Energiebedarf im grünen oder roten Bereich befindet. Das Projekt Energiemanagement BMLVS hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, in den oberen Bereich der Skala zu gelangen. 

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 6/2011 vom 23. März

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