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Wehrtechnik

HR Mag. Wolfgang Wechselberger

Gemeinsam Voraussetzungen für den Einsatz schaffen

Militärische Geoinformation

Die „Militärische Geoinformationen – Mali“ als Grundlage für den Auslandseinsatz in Mali wurde gemeinsam durch Spezialisten der deutschen Bundeswehr, des Österreichischen Bundesheeres und der Schweizer Armee erstellt.


Internationale Zusammenarbeit
Seit 1994 gibt es zwischen den militärischen Geodiensten der deutschen Bundeswehr (Amt für Geoinformationswesen, AGeoBw) und des Österreichischen Bundesheeres (Institut für Militärisches Geowesen des Führungsunterstützungszentrums, FüUZ/IMG) offizielle fachdienstliche Beziehungen. Seit 2006 tauschen das AGeoBw und das FüUZ/IMG landeskundliche Produkte zur gegenseitigen Verwendung aus. Im Jahr 2011 wurde das erste Mal ein Staat, nämlich Libyen, gemeinsam beschrieben. Das bewies die Fähigkeiten beider Seiten, nach jahrzehntelanger getrennter Entwicklung fachdienstliche Erkenntnisse zu konvergieren, die Vorteile gemeinsamer Sprache und Denkweise zu nutzen und damit letztlich etwas Gutes zu etwas Besserem zu führen. Ein Jahr später, 2012, erschien die Militärische Geoinformation (MGI) – Ägypten. Die langjährige, bewährte, binationale Partnerschaft zwischen den militärischen Geodiensten von Deutschland und Österreich erfuhr 2012 durch die Beteiligung der Schweizer Armee eine zusätzliche Aufwertung. Die langjährige trinationale fachliche Zusammenarbeit und die regelmäßigen Konsultationen im Rahmen der D-A-CH-Gespräche mündeten, als logische Konsequenz, in einem gemeinsamen Produkt, der MGI – Mali.

Einsatz in Mali
Mit dem in diesem Jahr erschienenen Heft Militärische Geoinformation Mali wurde den Streitkräften der drei Nationen ein hochaktuelles, bedarfsgerechtes Beratungsprodukt in die Hand gegeben. Erstellt unter synergetischer Nutzung der Fähigkeiten der drei Fachdienste und Unterstützung verwandter Fachbereiche und damit, trotz geringer werdender nationaler Ressourcen, auf höchstem geowissenschaftlichen Niveau.

Zukünftige Zusammenarbeit
Ende August d.J. finden die nächsten Koordinierungsgespräche zur Fortsetzung dieser Kooperation statt. Als neues Projekt wird die MGI – Niger bearbeitet werden. Mit dem Erscheinen dieser Informationsschrift ist im Frühjahr 2014 zu rechnen.

Weiterführende Informationen
Militärgeografische Landesbeschreibungen – Militärische Geoinformationen Die Bedeutung militärgeografischer Landesbeschreibungen hat durch die Zunahme der Auslandsorientierung des Österreichischen Bundesheeres in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen. Anders als bei kommerziellen Reiseführern liegt dabei das Schwergewicht in der Beschreibung der geografischen, historischen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und militärischen Umfeldbedingungen des betreffenden Staates und nicht in der Auflistung touristischer Sehenswürdigkeiten. Durch die militärgeografischen Landesbeschreibungen werden Soldaten in die Lage versetzt, Übungen und Einsätze zu planen und durchzuführen. Wie die Erfahrung gezeigt hat, sind Kenntnis und Verständnis der Bedingungen im Einsatzraum und deren wechselseitiges Zusammenwirken wichtigste Entscheidungsfaktoren über militärischen Erfolg oder Misserfolg einer Mission.

Das Institut für militärisches Geowesen (IMG)
Das Institut für militärisches Geowesen, als Teil des Führungsunterstützungszentrums (FüUZ), ist das Kompetenzzentrum des Bundesheeres für Geografie, Geoinformation und Kartografie. Durch das IMG werden alle Arten standardisierter, für das gesamte Bundesheer entwickelte MilGeomodelle und MilGeo-Services bereitgestellt. Neben dieser zentralen Bereitstellung von Geodaten und Geoinformationen liegt auch die Generalkompetenz für die Erhebung und Verdichtung von MilGeodaten beim IMG. Ausnahmslos geschehen alle militärischen Aktivitäten im geografischen Raum – dem Georaum. Informationen über Objekte und Sachverhalte des Georaumes sind deshalb für alle militärischen Angelegenheiten respektive Entscheidungsverfahren unverzichtbar. Der Georaum muss hierzu für militärische Zwecke in vereinfachter Form abgebildet und als MilGeomodell bereitgestellt werden. MilGeomodelle sind topografische und thematische Karten aller Maßstäbe, militärgeografische Landesbeschreibungen, Fernerkundungsdaten und in zunehmendem Maße auch MilGeodaten (Daten mit Verortung im Georaum).

Das Führungsunterstützungszentrum
Das FüUZ ist das IKTKompetenzzentrum des Verteidigungsressorts für Führungsunterstützung, Informations- und Kommunikationstechnologie und insbesondere Cyber Defence. Das FüUZ stellt nicht nur die IKT-Infrastruktur zur Verfügung, sondern sorgt neben der Aufrechterhaltung des Betriebs in Hinblick auf die Kundenorientiertheit und der Bereitstellung von anwenderorientierten Softwarelösungen auch für die entsprechende Sicherheit im IKT-Bereich. Weiters stellt es auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung für den Fachbereich der Führungsunterstützung sicher und erledigt die Aufgaben für den Bereich des militärischen Geowesens. Mit innovativen Entwicklungen und der Sicherstellung der Interoperabiltät sorgt das FüUZ dafür, dass im immer schneller wachsenden IKT-Bereich das Bundesheer und das FüUZ auf dem aktuellsten Stand bleiben und dadurch die Kommunikationsfähigkeit der Führung auf allen Ebenen sichergestellt wird.

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 18/2013 vom 25. September

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