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Hptm Mag. (FH) Christoph Hofmeister

Streitkräfte: Konferenz der Ausbilder

Um auch weiterhin in der Ausbildung im Österreichischen Bundesheer den erforderlichen Fortschritt sicherzustellen, hielten die Streitkräfte im heurigen Jahr Ausbilderkonferenzen ab. Motto war wieder „Wertschätzung – Information – Motivation“. Die letzte Station des heurigen Entwicklungsprozesses fand von 26. bis 28. November in der Klagenfurter Windisch-Kaserne statt.


Mit den Schlagworten „Wertschätzung – Information – Motivation“ (WIM) und „stark – modern – schnell“ (sms) wurden bereits große Akzente für einen neuen Weg gesetzt. Mit diesen Konferenzen wurden Kommandanten und Ausbilder der Kompanieebene über neue Entwicklungen im Bereich der Ausbildung informiert. Ein wichtiger Teil der Veranstaltung war auch die gemeinsame Weiterentwicklung im Bereich des zeitgemäßen Umgangs (Corporate Behaviour) der Bediensteten miteinander.

Der Weg zu den Leitsätzen
Mit dem Ziel der Erarbeitung von Leitsätzen soll jedem Bediensteten die Orientierung an einem zeitgemäßen, gesellschaftlichen, verständlichen und akzeptierten Umgang miteinander leichter fallen. Die Ergebnisse sollen dabei allerdings den gesetzlichen Aufgaben der Streitkräfte wie auch den Erwartungen der Auszubildenden gerecht werden, denn der Stellenwert der Ausbildung und des Ausbildungspersonals spiegelt sich zu einem großen Teil im Umgang miteinander und insbesondere im Umgang mit den jungen Soldat/-innen wider. Die Arbeit mit Menschen soll auch Freude machen, denn mit Freude an der Arbeit selbst geht die Arbeit um einiges leichter voran. Der Jugend können wichtige Werte leichter vermittelt und soldatische Tugenden, wie z.B. die Kameradschaft, aufrechterhalten werden. Dass nicht immer alles zu 100 % möglich ist und auch umgesetzt werden kann, liegt wohl einerseits u.a. an der immer größer werdenden Verwaltungstätigkeit und andererseits am steigenden Zeit- und Leistungsdruck. Dem gegenüber steht aber zumindest das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen sowie der Wille Herausforderungen zu meistern, denn auszubilden heißt, Abwechslung und Herausforderungen täglich meistern. Leistungswille und Leistungsbereitschaft sind dabei ebenso ein äußerst wichtiger Faktor, da ständig für den Einsatz im In- und Ausland trainiert wird und geübt werden muss. In einem Veränderungsprozess ist es aber auch wichtig, offen für Neues zu sein und die Angst vor Flexibilität in einer starren Struktur abzulegen beziehungsweise zu überwinden. Gewachsene Strukturen wachsen dabei mit Menschlichkeit noch weiter und können nicht zerschlagen werden. Daher wurde des Weiteren auch erkannt, dass die Attraktivierung des Dienstes in den Streitkräften durch diesen Prozess weiter gefördert und wesentliche Voraussetzungen geschaffen werden, um der Wertschätzung, Kommunikation, Information und Motivation aller Mitarbeiter/-innen weitere Akzeptanz untereinander und Stärkung nach außen hin zu erfahren.

Höhepunkte
In den drei Konferenztagen fand ein erfahrungsreicher Fortschritt statt, bei dem aber immer auch das Militär als solches mit seinen ureigensten Aufgaben nicht vergessen wurde. Der feierliche Höhepunkt zum Abschluss dieser Konferenz war die feierliche Übergabe der erarbeiteten Leitsätze der Streitkräfte an alle Kommandanten und Ausbilder zur Umsetzung derselben.

Die Leitsätze
Menschenwürde
Ich achte und schütze die Würde des Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Ethnie und gesellschaftlicher Stellung.
Gehorsam
Ich leiste Gehorsam, gebunden an Recht und Gesetz – geleitet durch mein Gewissen – und trage stets die Verantwortung für mein Handeln.
Persönliches Vorbild und Vertrauen
Ich bin Vorbild an Kameradschaft, Disziplin und Loyalität und schaffe durch meine untadelige Haltung die Basis für gegenseitiges Vertrauen.
Führung mit Auftrag
Ich führe mit Auftrag, setze die Soldatinnen und Soldaten ihren Fähigkeiten entsprechend ein und achte auf die Nachvollziehbarkeit (Transparenz, Verständlichkeit ...) meiner Entscheidung.
Leistung
Ich fördere und fordere körperliche Leistung und psychisches Durchhaltevermögen.
Fehlerkultur
Ich respektiere die mir Anvertrauten mit ihren Schwächen und Stärken und trage so zu einer positiven, von Respekt getragenen Unternehmenskultur bei.
Offen für Neues
Ich gehe optimistisch an neue Herausforderungen heran und bin bereit, mir das dazu erforderliche Wissen anzueignen und erforderliche Änderungen mitzutragen.

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 1/2014 vom 17. Jänner

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