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Studie Sicherheit 2012

Vertrauen in die Schweizer Institutionen und Behörden nimmt zu

Sichere Werte in einer unsicheren Welt: Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich im langjährigen Vergleich ausgesprochen sicher und zeigen sich betreffend der näheren Zukunft der Schweiz sehr zuversichtlich, beurteilen aber gleichzeitig die internationale Entwicklung skeptisch. Sie zeigen wieder stärkeres Vertrauen in die Schweizer Institutionen und Behörden. Dies zeigt die Studie „Sicherheit 2012“ der Militärakademie an der ETH Zürich und des Center for Security Studies, ETH Zürich.


Die Schweizer Bevölkerung vertraut sechs der sieben erfassten Behörden und Institutionen stärker als im Vorjahr. Das allgemeine Vertrauen liegt dieses Jahr über dem langjährigen Schnitt. Das höchste Vertrauen genießt auch 2012 die Polizei mit einem Wert von 7,6 auf einer Skala von 1-10, gefolgt von den Gerichten (7,0) und dem Bundesrat (6,8). Die Schweizer Wirtschaft (6,6) hat im Vergleich zu 2011 einen Rang verloren und liegt nun auf dem vierten Platz hinter dem Bundesrat. Die Armee (6,3) und das eidgenössische Parlament (6,2) genießen ein ähnlich hohes Vertrauen. Am wenigsten Vertrauen schenken die Schweizer den politischen Parteien und den Medien (je 5,1).

Innere Sicherheit – verstärkte Zustimmung
Im Allgemeinen stimmen 2012 Schweizerinnen und Schweizer den in dieser Studie erfassten Maßnahmen im Bereich der Inneren Sicherheit stärker zu als im Vergleich zu früheren Erhebungen. Insbesondere eine vermehrte Bekämpfung des Hooliganismus (89 %) und eine erhöhte Polizeipräsenz in den Wohnquartieren (83 %) stoßen auf breite Akzeptanz. Die Befürwortung des Rayonverbotes (80 %) und die Kontrolle des Ausländeranteils (77 %) haben im Vergleich zur letztmaligen Erhebung 2009 besonders stark zugenommen (+ 7 % bzw. + 11 %).

Außenpolitische Autonomie – Engagement ohne Einbindung
Das im letzten Jahr zu beobachtende Bestreben nach außenpolitischer Autonomie hat sich in diesem Jahr bestätigt. Vier von fünf der Befragten wünschen, dass der eingeschlagene bilaterale Weg einer (rein) wirtschaftlichen Zusammenarbeit ohne eine Anbindung an eine Organisation oder Institution wie z.B. die EU weiterverfolgt wird. Eine politische Einbindung in außenpolitische Institutionen wird nicht unterstützt. Einen Beitritt zur EU (17 % Befürwortung) oder zur NATO (19 %) wünscht sich nur eine kleine Minderheit der Schweizer Bevölkerung. Hingegen will sie 2012 ein aktiveres internationales Engagement der Schweiz, ohne institutionelle Einbindungen eingehen zu müssen. So stieg die Forderung eines Ausbaues der Entwicklungshilfe oder der Wunsch nach aktiver Mitarbeit der Schweiz in der UNO gegenüber dem letzten Jahr deutlich an.

Neutralität – weiterhin unbestritten
Mit 95 % Zustimmung erreicht das Neutralitätsprinzip einen neuen Höchstwert. Auch der Glaube an die Schlichter- und Vermittlerrolle der Schweiz dank der Neutralität ist mit 93 % noch breiter verankert als im Vorjahr. 66 % (+ 5 %) der Schweizerinnen und Schweizer glauben 2012 an die Schutzwirkung der Neutralität vor internationalen Konflikten.

Armee – ambivalente Entwicklungen
Nach dem markanten Anstieg der Beurteilung der Notwendigkeit der Armee im Vorjahr hat sich diese 2012 wieder leicht abgeschwächt, liegt aber mit 75 % über dem langjährigen Schnitt seit 1991. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Schweizerinnen und Schweizer mit der Leistung der Armee genauso zufrieden (6,17 auf einer Skala von 1-10). Hingegen gewinnt die Armee gegenüber 2011 signifikant an Vertrauen und ist mit einem Wert von 6,3 wieder im langjährigen Durchschnitt positioniert.

Wehrpflicht und Miliz – weiterhin kein Konsens
Seit gut zehn Jahren lässt sich in der Schweizer Bevölkerung kein Konsens hinsichtlich des Wehrmodells finden. 52 % (+ 4 %) sprechen sich in diesem Jahr für eine Milizarmee aus, 43 % (± 0 %) befürworten eine Berufsarmee. Eine Aussetzung der Wehrpflicht unterstützen 48 % (+ 10 %). Trotz dieses im Vergleich zu 2011 großen Zuwachs an Befürworterinnen und Befürwortern liegt der Anteil nur leicht über dem langjährigen Mittel.

Die repräsentative Datenerhebung zur Studie „Sicherheit 2012“ fand von 12. Jänner bis 6. Februar 2012 telefonisch bei 1.200 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in allen Sprachregionen der Schweiz statt. Durchgeführt wurde die Erhebung durch das Forschungsinstitut ISOPUBLIC. Der Stichprobenfehler liegt bei ± 3 %. 

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 11/2012 vom 6. Juni

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