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Wehrpolitik

Dr. Nadja Rossmanith

Synode der Militärdiözese

Einzigartig in der Geschichte der österreichischen Militärdiözese ist die Abhaltung einer diözesaninternen Synode, die von 30. September bis 4. Oktober in der Schwarzenberg-Kaserne in Salzburg stattgefunden hat und deren Ziel die Erarbeitung von Vorschlägen für ein neues Pastoralkonzept der Militärdiözese war.


Teilnehmer waren österreichweit über 190 militärische und zivile Angehörige und Mitarbeiter der Militärdiözese, darunter Soldaten aller Dienstgrade sowie Beobachter und Gäste. Den Vorsitz hatte der Militärbischof für Österreich, Mag. Christian Werner.

Beratung über die Zukunft
Eröffnet wurde die Synode durch eine feierliche Messe, die Bischof Werner zelebrierte. Nach einem Einleitungsreferat von Univ.-Prof. Rees über die Bedeutung und Geschichte von Synoden und einer genauen Erläuterung der Synodenordnung stimmte der Militärbischof auf die bevorstehende synodale Arbeit in seiner Eröffnungsrede ein: „Für unsere junge Diözese ist dieser Anlass etwas ganz Neues. Noch nie sind wir auf so breiter Basis zusammengekommen, um über die Zukunft der Militärseelsorge zu beraten. […] In den Arbeitsgruppen dieser Synode wird genügend Zeit dafür zur Verfügung stehen, die veränderten Bedingungen zu analysieren, Probleme und Chancen zu diskutieren und Optionen für eine künftige Pastoral zu entwerfen.“

Dienst verantwortlich erfüllen
Über die Militärseelsorge und die Kirche allgemein sagte Bischof Werner weiter: „Die Aufgabe der Militärseelsorge ist nicht, wie manche meinen, moralische Werte in die angeblich grundsätzlich unmoralische Welt des Militärs zu bringen. Die Aufgabe der Militärseelsorge ist eine andere: Sie ermöglicht gläubigen Soldaten freie Religionsausübung auch unter schwierigen (Einsatz-) Bedingungen und unterstützt die Soldaten dabei, ihren Dienst auf religiös und moralisch verantwortbare Weise zu erfüllen.“ Jeder Tag begann mit einem Morgengebet und einem geistlichen Impuls, die am zweiten Tag von Äbtissin Sr. Perpetua Hilgenberg, OSB, und am dritten Tag von Prälat Dr. Johann Reißmayer zu den Themen „Liturgie“ und „Verkündigung“ gehalten wurden. Bischofsvikar Msgr. Dr. Werner Freistetter stimmte die Synodalen am vierten Tag mit seinen Ausführungen zum Thema „Dienst am Nächsten“ auf die bevorstehenden Sitzungen ein. Über „Maria als Schutzfrau und das Militär als friedenssichernde Institution“ sprach Sr. Mag. Dr. Katharina Deifel, OP, am letzten Tag der Synode.

Wünsche der Jugend
Insgesamt fanden jeweils sieben Sitzungen in den drei Arbeitsgruppen statt, die sich den Themen „Verkündigung“, „Liturgie, Sakramente, Ökumene und Jugend“ und „Dienst am Nächsten“ widmeten. Besprochen wurden dabei vielfältige Themen, z.B. die Entwicklung einer religiösen Gesprächskultur, wie die Militärseelsorge zielgruppenorientiert und modern gestaltet werden kann, Forderungen nach humanfaktoriellem Zusammenwirken (Militärseelsorge, Militärmedizin, Heerespsychologie) im Einsatz und im Frieden und ein gutes Einvernehmen zwischen Kommandanten und Militärpfarrern als Voraussetzung für gemeinsames Arbeiten. Abends wurde den Synodalen täglich die Gelegenheit zur Anbetung in der Soldatenkirche zum besinnlichen Abschluss des Arbeitstages geboten, die gern genutzt wurde. Den Ausklang des dritten Tages der Synode bildete die Feier der hl. Messe in der Erzabtei St. Peter in der Stadt Salzburg mit einer Predigt von Prior P. Virgil Steindlmüller zur Bedeutung der „Benedikt-Regel“ für die Militärseelsorge. Danach lud der Prior alle Synodalen zu einer kleinen Agape ein. Ein Highlight der Synode war sicher das Treffen der zukünftigen Absolventen des Militärrealgymnasiums Wr. Neustadt mit Bischof Werner. Dabei brachten die Jugendlichen ihre Vorstellungen und Wünsche an die Militärseelsorge vor. Später teilten sich die Jugendlichen in Arbeitsgruppen auf und erarbeiteten ebenfalls Vorschläge für Erneuerungen.

Internationale Gäste
Die letzten Arbeitssitzungen beschäftigten sich mit der Zusammenfassung der Ergebnisse der letzten Tage. Diese vielfältigen Vorschläge wurde am Nachmittag im Plenum dem Militärbischof und allen Synodalen vorgetragen. Als Gäste waren auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Dr. Peter Stephan Zurbriggen, der Diözesanbischof der Diözese St. Pölten, DDr. Klaus Küng, der Militärbischof der Slowakei, Dr. Frantisek Rabek, mit seinem Militärgeneralvikar, der Militärbischof von Ungarn, Laszlo Biro, mit seinem Militärgeneralvikar, der Generalvikar der Erzdiözese Salzburg, Prälat Dr. Hansjörg Hofer, und ein Vertreter der kroatischen Militärseelsorge geladen. Militärisch Höchstanwesender war der Chef des Generalstabs, Gen Mag. Othmar Commenda. Der Militärkommandant von Salzburg, Bgdr Heinz Hufler, sprach ebenfalls einige Grußworte. Am Abend des vorletzten Tages der Synode zelebrierte der Apostolische Nuntius die hl. Messe und gratulierte allen Anwesenden zur gelungenen Umsetzung der Synode. Später lud Bischof Werner zum Empfang im Offizierskasino in der Schwarzenberg-Kaserne. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen wurden am nächsten Tag, im Zuge der Feier der hl. Messe, Militärbischof Mag. Christian Werner überreicht. Davor hielt Bischof Werner noch seine Abschlussrede, in der er betonte: „Über die Inhalte und Konzepte hinaus mögen wir aber die vielen wertvollen Erfahrungen, die wir hier auf dieser Synode gesammelt haben, nicht vergessen: Die Erfahrung gemeinsamer Arbeit, die Kameradschaft, die Freude und die Wertschätzung, die wir einander über alle Funktionen und Dienstgrade hinweg entgegengebracht haben.“

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 21/2013 vom 6. November

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