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Sicherheitspolitik

Obst Rudolf Sturmlechner, MSD

Tschernobyl und Fukushima

Auf Initiative der NÖ Militärhistorischen Gesellschaft (NÖ MHG) und in Kooperation mit dem Römermuseum Mautern hatten 60 Interessierte am 29. November im Mauterner Schüttkasten die Möglichkeit, beeindruckende Informationen, Daten und Fotos über die Kernkraftwerkskatastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 zu erhalten.


  Obstlt ADir Erwin Richter von der ABC-Abwehrschule des Bundesheeres (Biologiewaffenexperte und zuständig für Atomare/Biologische/Chemische Schutzmaßnahmen) brachte wissenschaftliche Daten und Vergleiche über die bislang gefährlichsten Atomkatastrophen: Tschernobyl/Ukraine vom 26. April 1986 und Fukushima/Japan vom 11. März 2011.

Kaum zu vergleichen
Die beiden Katastrophen sind eigentlich nicht zu vergleichen: verschiedene Ursachen (Test bzw. Erdbeben mit Tsunami), verschiedener Verlauf der Katastrophen (Explosion in die Luft gegenüber Kernschmelze mit Auslaufen von radioaktivem Kühlwasser ins Meer), verschiedene Folgen (tagelanger Graphitbrand mit hohen Messwerten und starkem Fallout auch über Österreich gegenüber Freisetzung von verstrahltem Kühlwasser mit niedrigen Messwerten und keinem Fallout in der Luft) und verschiedene Opferzahlen (28 unmittelbare Todesfälle plus 400.000 „Liquidatoren“, die die radioaktiven Rückstände zu beseitigen versuchten, gegenüber nur 3 Toten wegen Herzproblemen und 400 freiwilligen Helfern im Kernkraftwerk, die nun bestens überwacht werden).
  Welche ersten Lehren wurden gezogen: Die Kühlung der Reaktoren muss gesichert werden – weder ein Test (Tschernobyl) noch ein Erdbeben mit Tsunami (Fukushima) dürfen die Kühlung eines Kernreaktors unterbrechen. Ein Vergleich von Obstlt Richter machte die enorme Kernenergie verständlich: 1 kg Uran entspricht im Heizwert immerhin 2.500 t Kohle.
  Abschließend bedankte sich der Vizepräsident der Militärhistorischen Gesellschaft, OStR iR Obst aD Dipl.-Ing. Herbert Egger, bei Obstlt Richter für den interessanten Vortrag mit einem ortsüblichen Geschenk: Wein aus der Wachau.

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 24/2011 vom 21. Dezember

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