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analyse

Mjr Mag.(FH) Pierre Kugelweis

Wertschätzung – Information – Motivation

1. Soldatenkonferenz der Streitkräfte

Salzburg, Schwarzenberg- Kaserne. Von 16. bis 18. Mai hatten 114 Soldatenvertreter aus den Streitkräften die Möglichkeit, ihre Erfahrungen im Bundesheer und ihre Vorstellungen von einem Grundwehrdienst der Zukunft klar darzulegen. Hintergrund der Informationsveranstaltung stellte die laufende Diskussion über den Einsatz von Grundwehrdienern in Streitkräften dar. 


Wertschätzung
„Wir, die Verantwortungsträger in den Streitkräften, sind an Ihrer Meinung, an den Ansichten junger Österreicher, interessiert, denn Ihnen gehört die Zukunft. Sie sind aufgerufen, diese Zukunft mitzugestalten“, erklärte zu Beginn Streitkräftekommandant GenLt Günter Höfler den anwesenden Soldatenvertretern den tieferen Sinn der Soldatenkonferenz.

Leistungsbereitschaft und Vorschläge
Im Rahmen von Vorträgen und Workshops konnten die aus den Reihen dz. eingerückter Rekruten gewählten Soldatenvertreter darlegen, welche Leistungen junge österreichische Staatsbürger zu bringen bereit sind. Der zweite Diskussionsinhalt für die jungen Soldaten war die Gestaltung des Soldatenalltages im Dienstbetrieb und in der Ausbildung.
  Bevor die Konferenzteilnehmer fundierte Vorschläge erarbeiteten, konnten sie sich im Zuge von Vortragsreihen umfassend informieren. So wurden sicherheits- und verteidigungspolitisches Knowhow und tiefe Einblicke in die Führungskultur des Bundesheeres geboten. Darüber hinaus wurden die aktuellen körperlichen und geistigen Anforderungen an den modernen Soldaten dargestellt. Redakteure der Tageszeitung „Salzburger Nachrichten“ stellten Vorund Nachteile unterschiedlicher Wehrsysteme, wie Berufs- und Wehrpflichtigenheer, wertfrei gegenüber. Jugendspezifische Information boten das Webteam von www.bundesheer.at sowie der Olympiasieger in der Nordischen Kombination, David Kreiner.

Kreativer Zugang der jungen Österreicher
So hatten die Soldatenvertreter die Möglichkeit klarzulegen, wie Rahmenbedingungen gestaltet sein müssten, damit für sie die österreichischen Streitkräfte einen attraktiven Partner darstellen. Zugleich erarbeiteten sie Vorschläge für grundlegende Ausbildungsinhalte, die für beide Seiten – Bundesheer und junger Staatsbürger – gewinnbringend sein könnten. Den kreativen Rahmen für die Vorträge der jungen Österreicher an GenLt Höfler bildeten Kurzpräsentationen, die mögliche Antworten auf aktuelle Fragen zu Dienstbetrieb und Ausbildung in den Streitkräften gaben.

Kernbotschaften
Rekr Fahrudin Ramic zur Frage nach der Motivation im Grundwehrdienst:
- Wir möchten, dass Systemerhalter nur sparsam und am richtigen Platz eingesetzt werden.
Gfr Thomas Lauterbach zur Frage nach der Verbesserung des Grundwehrdienstes:
- Wir möchten im Grundwehrdienst gezielt gefordert werden.
Rekr Dominik Henninger zur Motivation im Grundwehrdienst:
- Wir sind motiviert, wenn unsere Ausbildung abwechslungsreich, fair und fordernd ist.
Rekr Kevin Seifert zur Frage der Attraktivierung des Grundwehrdienstes:
- Wir möchten umfassend über Zusammenhänge im Bundesheer informiert werden.
Rekr Boro Vidovic zur Frage nach dem Stellenwert des Grundwehrdieners:
- Wir möchten Verantwortung tragen.
Rekr Maximilian Derler zur Frage nach den Anforderungen des Soldaten im 21. Jh.:
- Wir sehen den Soldaten der Zukunft als teamfähig, flexibel, körperlich und geistig topfit.
Gfr Karina Sedlacek zur Frage nach der Möglichkeit einer Imageverbesserung des Grundwehrdienstes:
- Wir möchten, dass herausragende Leistungen noch mehr belohnt werden, denn die
  Motivation im Grundwehrdienst wirkt sich auf die Meinung danach aus.
Gfr Roland Angermeier zur Frage nach dem Grundwehrdiener als Systemerhalter:
- Wir würden den Systemerhalter im Grundwehrdienst abschaffen.
Rekr Marco Lado-Palomino zur Frage, wie die Soldaten Sicherheit verstehen:
- Wir haben einen umfassenden Sicherheitsbegriff, denn wir verstehen Sicherheits- und
  Verteidigungspolitik in engem Zusammenhang mit sozialer, ökonomischer und politischer
  Sicherheit.

Resümee und Ergebnisse
Streitkräftekommandant GenLt Günter Höfler fasste in seinem Resümee zusammen: „Diese Soldatenkonferenz hat eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass die Jugend von heute engagiert, selbstständig, selbstbewusst, begeisterungsfähig und leistungswillig ist. Sie hat eine positive Grundeinstellung. Sie weiß, was sie kann und will dafür die notwendige Wertschätzung erhalten.“
  Die Ergebnisse der Soldatenkonferenz werden nun in den Streitkräften genau analysiert und auf Umsetzbarkeit geprüft. 

DER SOLDAT-Ausgabe Nr. 11/2011 vom 8. Juni

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